Kunst
„Der gemeinsame Raum“. Ausstellung der Papierwerke von M. Soboń und B. Mydlak
14.11.2017, 18:30 - 02.02.2018 p_art. Galerie des Polnischen Instituts Wien

Die Ausstellung „Der gemeinsame Raum“ präsentiert einzigartige Arbeiten aus Papier von Magdalena Soboń und Barbara Mydlak. Sie zeigt den Weg der Künstlerinnen nach deren Aufenthalt in der künstlerischen Residenz „Der Meister und der Lehrling“ im September 2016 im Museum der Papierherstellung in Duszniki Zdrój auf, die im Rahmen des AIR-Wro-Programms zur Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 stattgefunden hat.

Die Künstlerinnen bildeten während der Residenz ihre gegenseitige Kommunikation sowie Interaktion aus und begannen ihren gemeinsamen Raum für die finale Ausstellung im November 2016 in der Galerie Tętno in Wrocław zu kreieren. Auch das Medium – Papier – wurde zum Synonym ihrer gemeinsamen experimentalen Auffassung der traditionellen Art der Papierherstellung. Soboń und Mydlak zeigen uns in ihren Arbeiten nicht nur, wie vielschichtig die Welt und das Leben sein können, sondern auch, wie unvorhersehbar das Material Papier ist. Die Entstehungsgeschichte ihrer Werke zeigt zudem die Gemeinsamkeiten in ihrem künstlerischen Schaffen, also die Suche nach dem Sinn des Seins oder Schicksals.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Kulturzone Wrocław (Strefa Kultury Wrocław) präsentiert und von der Koordinatorin des „Artist in Residence – AIR Wro“-Programms, Berenika Nikodemska, eröffnet.

Zu sehen bis 2. Februar 2018

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Magdalena Soboń

Soboń studierte an der Władysław-Strzemiński-Kunstakademie in Łódź (Fakultät für Gewebe und Kleidung). Sie ist habilitierte Doktorin der Schönen Künste sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Fachkabinetts für Papier an der Heimatakademie. Sie befasst sich mit geschöpftem Papier, einzigartigem Gewebe und Grafik.

Sie nahm an einigen Dutzend Einzel- sowie Gruppenausstellungen teil. Für ihre Werke wurden ihr Preise und Auszeichnungen zuteil wie u. a. die Auszeichnung bei „Contextile 2016. Contemporary Textile Art Biennial“, Portugal (2016); der Grand Prix der 14. Internationalen Gewebe-Triennale, Łódź, Polen (2013); die Auszeichnung bei „From Lausanne to Beijing – 7th International Fiber Art Biennale“, China (2012); der Preis des Präsidiums der Niederlassung der Polnischen Akademie der Wissenschaften und des Rektorenbündnisses der Öffentlichen Hochschulen für junge Wissenschafts- und Kunstangestellte in Łódź, Polen (2011); die Auszeichnung bei der 6th International Biennial of Contemporary Textile Art, Mexiko (2011); die Ehrenauszeichnung „Łódzkie Eureka“ für außerordentliche künstlerische Leistungen (2013, 2011); die Bronzemedaille bei „From Lausanne to Beijing – 6th International Fiber Art Biennale“, China (2010).

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Barbara Mydlak

Mydlak schloss 2017 die Władysław-Strzemiński-Kunstakademie in Łódź ab. Diplom für Inter/Crossmediale Arbeiten der Abteilung Flache Ebene (Zweidimensionale Werke), Animationsfilm sowie des Papierfachkabinetts. Derzeit ist sie Doktorandin an der Kunstakademie in Poznań, Polen.

Sie bekam den Preis (2014/2015) sowie das Stipendium (2015/2016) des Ministers für Kultur und nationales Erbe der Republik Polen. Sie nahm an Ausstellungen und Filmfestivals teil wie u. a. bei The International Paper Fiber Art Biennale 2017/2018, NTCRI-Nantou, Taiwan (2017); 2nd International Textile Biennial 2017, Haacht, Belgien (2017); Triennale Textile Art of Today, Slowakei – Tschechien – Polen (2015–2017); 13th Prague Quadrennial Of Performance Design And Space, Shared Space, Music, Weather, Politics, Prag, Tschechien (2015); 30th Festival Internazionale del Cinema d'Animazione, del Fumetto e dei Games – Rimini, Italien; 7th International Paris Animated Film Festival Croq’Anime, France; The Anima-São – International Animation Festival in São Gonçalo, Brasilien; 21st Muestra Internacional De Cotometraje Ixtenco Mexico; 15th Polish Film Festival Los Angeles, USA. Mydlak erhielt die Auszeichnung bei der 9th International Fiber Art Biennale „From Lausanne to Beijing“, Shenzhen, China (2016).

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„Der Gemeinsame Raum“ erzählt von dem Weg, den ich gemeinsam mit Barbara Mydlak – damals noch eine Studentin – seit der Teilnahme an der Künstler-Residenz „Meister und Lehrling“ gegangen bin. Wir nahmen von Anfang an gleichberechtigt an der Residenz teil und arbeiteten an gegenseitigen Wechselwirkungen. Trotz eigener und individueller Arbeitsbereiche bauten wir gegenseitige Interaktionen auf, um einen gemeinsamen Raum zu erschaffen. In weiterer Folge wurde die damals noch aufrechte Pädagoge-Student-Beziehung abgelegt und eine Zusammenarbeit im Sinne einer Partnerschaft angestrebt.

Ein gemeinsamer Raum ist ohne Zweifel auch das Medium. Das Papier wird zum Synonym dessen, was uns beiden gemeinsam ist. Übereinstimmend ist auch der Forschungsumfang, der sich in der experimentellen Herangehensweise an die traditionelle Art des Papierschöpfens widerspiegelt. Die Arbeitsmethoden – der Vorgang der langsamen Freisetzung der Papiermaterie durch den Eingriff in ihre Struktur – gehen subtil ineinander über und erzeugen eine vergleichbare Sammlung an Interessengebieten. Die Natur in der Mikro- und Makroebene erlaubt uns, die Welt vielschichtig zu sehen, und ist gleichermaßen geheimnisvoll sowie vertraut und heimisch. Das Papier als Materie vereint in sich sowohl das Geheimnisvolle als auch die Unberechenbarkeit der Natur, ist sinnlich und hinterlässt verschiedene sensorische Empfindungen. Für uns ist die Körperlichkeit der Materie Papier wichtig.

Die Entstehungsgeschichte der Ausstellungswerke zeigt zudem die Gemeinsamkeiten in unserem künstlerischen Schaffen. Es ist die Sehnsucht nach einem eigenen Platz in der unendlichen Struktur des Kosmos, die Suche nach dem Sinn des Seins und Schicksals, ein unaufhörliches Wiederfinden seiner selbst trotz der erfahrenen Lebenslagen, die uns beide auszeichnen. Die ermutigende, therapeutische Kraft des Wassers, die wörtlich ein wesentliches Element in dem Prozess der Papierherstellung ist, bringt die Entschlackung und die Erneuerung.

Uns beide verbindet nicht nur die Übereinstimmung bei der künstlerischen Forschung, sondern auch hinsichtlich der Orte – des Fachkabinetts für Papier an der Władysław-Strzemiński-Kunstakademie in Łódź, des Museums der Papierherstellung in Duszniki Zdrój, Ort der Künstler-Residenz, und letztendlich Wrocławs, wo die Ausstellung der entstandenen Werke in der Galerie Tętno im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 stattgefunden hat. „Der Gemeinsame Raum“ – aber ohne präzise abgesteckten Grenzen.

Magdalena Soboń

Adresse: p_art. Galerie des Polnischen Instituts, Am Gestade 7, 1010 Wien
Eintritt/Tickets: Eintritt frei.