Geschichte
Das deutsche NS-Konzentrationslager Gusen. Film und Gespräch
13.06.2017, 19:00 Polnisches Institut Wien

Jeder vierte Gefangene im KZ Mauthausen-Gusen war Pole. Obwohl dieses Lager und dessen Außenlager eine unsagbar grausame Rolle bei der Vernichtung der polnischen Intelligenz gespielt haben, sind diese Erinnerungsorte nicht besonders tief im allgemeinen polnischen Bewusstsein verankert. Eine besondere Bedeutung haben für Polen die drei weniger bekannten Lager in Gusen, da dies jener Ort gewesen ist, an dem die Vernichtung der Intelligenz im Rahmen der „Intelligenzaktion“ stattgefunden hat.

Im Anschluss an die früheren Veranstaltungen des Polnischen Instituts, die dem Nebenlager des KZs Mauthausen in Gusen gewidmet waren, wird die Geschichte des KZs Gusen noch einmal aufgegriffen und in Form eines Dokumentarfilms von Rafał Geremek präsentiert, der vom Museum der Geschichte Polens in Warschau vorbereitet wurde. Anschließend wird Marek Zając, polnischer Journalist und Publizist sowie Sekretär des internationalen Auschwitz-Rates, die Ergebnisse der am 8. und 9. Mai in Wien abgehaltenen internationalen Konferenz „Intellectual elites in Europe under German Occupation, 1939–1945” zusammenfassen sowie die Tätigkeit des Witold-Pilecki-Zentrums für Totalitarismusforschung in Warschau vorstellen.

„Gusen. Der Kampf um die Erinnerung“ von Rafał Geremek (OmdU)

Zum Film:

Der Dokumentarfilm schildert die Geschichte des KZs Mauthausen-Gusen, die mit der Geschichte des „Massakers von Katyn“, dem Massenmord an der polnischen Intelligenz verglichen werden kann. In der Dokumentation äußern sich neben den ehemaligen KZ-Häftlingen auch Mitglieder des lokalen Gedenkdienstkomitees Gusen, die sich für ein würdiges Gedenken an die Opfer des KZs einsetzen. Der lokale Amateurhistoriker, Rudolf Haunschmied beweist, dass in dem Doppellagersystem Mauthausen-Gusen ausgerechnet das Nebenlager, oder genauer gesagt die drei Nebenlager in Gusen, das ökonomische Herzstück dieses Hinrichtungskomplexes bildeten. Der Film macht auch die Tatsache deutlich, dass das KZ Gusen eines der grausamsten Konzentrationslager im ganzen nationalsozialistischen Archipel der Massenvernichtung war. Die Erinnerungen der ehemaligen KZ-Häftlinge wurden durch zahlreiche von ihnen geschaffene Grafiken illustriert.

Veranstaltung in deutscher Sprache.

Adresse: Polnisches Institut Wien, Am Gestade 7, 1010 Wien
Eintritt/Tickets: Eintritt frei. Anmeldung erforderlich: 01/533 89 61