Ruth Beckermanns künstlerische und erinnerungspolitische Positionen
16.01.18, 19:00 Depot, Wien

Das 1988 von Alfred Hrdlicka geschaffene Mahnmal gegen Krieg und Faschismus wurde 2015 durch eine temporäre Installation von Ruth Beckermann neu kontextualisiert. Die Installation THE MISSING IMAGE bezieht sich auf die als Erinnerung an den ,Anschluss‘-Pogrom im März 1938 geschaffene Bronzefigur eines liegenden bärtigen Mannes mit einer Bürste in der Hand, die einen straßenwaschenden Juden darstellen soll. Dieser Figur fügt Beckermann die fehlenden Bilder der lachenden ZuseherInnen hinzu. Es sind bewegte Bilder des einzigen bisher bekannten Filmclips einer ,Reibpartie‘. Der fünf Sekunden kurze Clip wurde bearbeitet und geloopt. Ausgehend von dieser Intervention präsentiert die Filmemacherin ihre Zugänge zu erinnerungspolitischer und künstlerischer Arbeit und spannt dabei den Bogen bis zu ihrem neuen Projekt, dem Dokumentarfilm WALDHEIMS WAHRHEIT.

Ruth Beckermann, Filmemacherin und Mitbegründerin des Verleihs filmladen, Wien.

Adresse: Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien, www.depot.or.at
Eintritt frei.

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Geh Denken!

Geh Denken! ist eine Veranstaltungsreihe des Vereins GEDENKDIENST.

Während des akademischen Jahres finden monatlich wissenschaftliche Vorträge, Podiumsdiskussi-onen und Gespräche mit ZeitzeugInnen statt.

Die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus bildet dabei den Ausgangspunkt für eine Beschäftigung mit unterschiedlichen historischen Themen, deren Be-deutung im vergangenheitspolitischen Diskurs sowie Fragen der Geschichtsvermittlung.

Geh Denken! versteht sich als Beitrag zu einer lebendigen Gedächtniskultur. Im Zentrum sollen die offene Reflexion und Diskussion kontroverser Themen stehen. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen!

Die öffentlichen Veranstaltungen finden bei freiem Eintritt jeweils um 19 Uhr im Veranstaltungslo-kal Depot statt (1070 Wien, Breite Gasse 3, www.depot.or.at).

Konzept und Organisation: Linda Erker, Nikolina Franjkic, Jutta Fuchshuber, Ina Markova, Anna Schulte

Mit Unterstützung von: Studienrichtungsvertretung Geschichte an der Universität Wien

www.gedenkdienst.at

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Semesterschwerpunkt: Nationalsozialismus > < Wien

Das Bildungsprogramm Geh Denken! des Vereins GEDENKDIENST beschäftigt sich in diesem Semester mit der Verortung der NS-Zeit „vor der eigenen Tür“. Sowohl die Stadt an sich wie auch deren BewohnerInnen wurden durch die Jahre 1938–1945 fundamental geprägt – mit diesem Erbe gilt es heute noch zu leben. Martin Krist und Albert Lichtblau legen mit ihrer Buchpräsentation die Grundlagen für ein Verständnis der Vorgänge 1938 bis 1945. Opfer, Täterinnen und Gegnerinnen sind anschließend der Fokus einer Stadtführung von Petra Unger. Dabei begeben wir uns am Wahl-sonntag auf eine Spurensuche menschlicher Schicksale im Bezirk Margareten. Den architektonischen Transformationen Wiens im Sinne der NS-Ideologie sowie deren Wahrnehmung heute widmet sich Ingrid Holzschuh. Mit dem Vortrag Johannes Kramers und Peter Pirkers wechseln wir in die Gegenwart: Die beiden Historiker untersuchen die mittlerweile 1.600 Zeichen der Erinnerung an die politische Gewalt von Austrofaschismus und Nationalsozialismus, die seit 1945 errichtet wurden. Unsere Reihe schließt Ruth Beckermann ab. Sie gibt uns einen Einblick in ihre künstlerischen und erinnerungspolitischen Positionen, ausgehend von ihrer temporären Installation THE MISSING IMAGE aus 2015.