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Literatur
Auf den Spuren von Zbigniew Herbert in Österreich
21.11.2017 Polnisches Institut Wien

Anlässlich des 20. Todestages von Zbigniew Herbert – dem polnischen Lyriker, Essayisten, Dramatiker und einem der polnischen Kandidaten für den Literatur-Nobelpreis – am 28. Juli 2018, hat der Sejm der Republik Polen das Jahr 2018 zum Zbigniew-Herbert-Jahr erklärt. Als Auftakt zum Herbert-Jahr lud das Polnische Institut Wien alle Interessierten am Dienstag, den 21. November zu einem dem Leben und dem Werk Herberts gewidmeten Literaturabend ein.

Über die literarische und persönliche Beziehung Herberts zu Österreich berichteten im Zuge der Veranstaltung zwei angesehene Forscher seines Werkes – Henryk Citko, Verwalter des Zbigniew-Herbert-Archivs, und Andrzej Franaszek, Herberts Biograf. Moderiert wurde die Veranstaltung von Univ.-Prof. Alois Woldan, dem Institutsvorstand im Institut für Slawistik der Universität Wien, der auch ausgewählte Gedichte Herberts las.

„Zbigniew Herbert hatte als Preisträger etlicher nationaler und internationaler Auszeichnungen und als einer der meistübersetzen polnischen Schriftsteller nicht nur großen Einfluss in der Kunst, sondern galt auch als geistiger und moralischer Vorreiter. Es ist auch wichtig zu betonen, dass Zbigniew Herbert ein großer polnischer Patriot war, für den die polnische Geschichte eine wichtige Rolle spielte“ – sagte in seiner Begrüßungsrede der Direktor des Polnischen Instituts Wien, Mag. Rafał Sobczak.

Über die Aufenthalte Herberts in Österreich sowie die Presse- und Radiomeldungen von Literaturabenden des polnischen Schriftstellers in Wien sprach Henryk Citko. Dem Publikum wurde auch die Möglichkeit gegeben, Fragmente der Dokumentation „Portrait des polnischen Schriftstellers” zu sehen und eine Radiosendung über Herbert aus jener Zeit zu hören. Andrzej Franaszek erzählte u.a. über die Bekanntschaft zwischen dem Poeten und der österreichischen Schauspielerin Angelika Hauff und las aus seiner Biografie Herberts, die mit zahlreichen Passagen aus Herberts Briefen bereichert ist und 2018 veröffentlicht wird.

Zbigniew Herbert wurde am 29. Oktober 1924 in Lemberg (Polen) geboren und starb am 28. Juli 1998 in Warschau. Sein Debüt als Poet feierte er im Jahr 1950, sein erstes Werk („Die Saite des Lichts“) brachte er allerdings erst 1956 heraus. Sein bekanntestes Werk, „Herr Cogito“, erschien 1974. Er lebte und schuf unter anderem in Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien. 1965 wurde Herbert als erster Autor überhaupt mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur ausgezeichnet, ursprünglich unter dem Namen Nikolaus-Lenau-Preis vergeben. In seinen Gedichten beschäftigte er sich mit Themen wie Ethik, Moral, Ehre, Leid, Erinnerungen und Freundschaft.