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Geschichte
70 Jahre Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau. Zum internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust
30.01.2018 Polnisches Institut Wien

Das NS-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist das bedeutendste Symbol für Terror, Völkermord und die Shoah auf der Welt. In dem vom Dritten Reich Mitte 1940 in den Vororten von Oświęcim gegründeten Lager kamen mindestens 1,1 Mio. Menschen ums Leben. Im Juli 1947 hat das polnische Parlament den offiziellen Beschluss gefasst, das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau zu begründen. Anlässlich des Internationalen Gedenktages an die Opfer des Holocaust am 27. Jänner lud das Polnische Institut Wien am Dienstag, den 30. Jänner zu einem dem 70-jährigen Bestehen des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau gewidmeten Treffen ein.

Am 27. Jänner 1945 wurde das deutsche NS-Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Bereits einige Monate nach dem Ende des Krieges begann eine Gruppe polnischer Gefangener sich dafür einzusetzen, den Opfern von Auschwitz zu gedenken und an der Stelle des KZ-Lagers eine Gedenkstätte zu errichten. Sobald es möglich war, kamen einige von ihnen auf das Gelände des ehemaligen Lagers, um dort die Ruinen und Lagerüberreste zu bewahren. Sie gründeten die Organisation „Durchgängiger Schutz des KZs Auschwitz“ und kümmerten sich um tausende Personen, die in Massen anreisten, um nach Spuren ihrer Angehörigen zu suchen und den Ermordeten die letzte Ehre zu erweisen. Noch vor der offiziellen Eröffnung des Museums bereiteten die ehemaligen KZ-Häftlinge auf dem Gebiet eine Ausstellung vor, die am 14. Juni 1947 eröffnet wurde. An der Eröffnungszeremonie nahmen etwa 50.000 Personen teil, darunter ehemalige Häftlinge, Familien der Ermordeten, Menschen aus ganz Polen, Delegationen polnischer Staatsorgane sowie Vertreter der zentralen Stelle zur Untersuchung nationalsozialistischer Verbrechen und der zentralen jüdischen Historikerkommission sowie Delegierte der Botschaften von Großbritannien, der Tschechoslowakei und Frankreich. Das Museum wird jährlich von mehr als einer Million Menschen aus bis zu hundert Ländern besucht. Seit 1979 gehört das ehemalige Konzentrationslager zur Weltkulturerbe-Liste der UNESCO.

Als spezieller Gast des Abends stellte Dr. Jacek Lachendro, stellvertretender Leiter des Forschungszentrums im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau, die Entstehungsgeschichte, die Sammlung, wissenschaftliche Forschung und die Tätigkeiten des Museums im Bildungsbereich vor. Anschließend wurde der Dokumentarfilm „Remembrance – Awareness – Responsibility“ gezeigt, der vom Polnischen Fernsehen (Telewizja Polska S.A.) und dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Museums vorbereitet wurde. Die Dokumentation wurde vom polnischen Minister für Kultur und Nationales Erbe, Prof. Dr. Piotr Gliński, mitfinanziert.

Begleitend zu der Präsentation des Museums wurde die Ausstellung „Erinnerungsaufnahmen. Labyrinthe“ gezeigt, eine künstlerische Aufzeichnung der KZ-Hölle von Marian Kołodziej, einem ehemaligen Häftling sowie anerkanntem polnischen Bühnenbildner.